Kasumi – die Idee hinter meiner neuen Tierporträt-Serie
- Alessanara

- vor 4 Tagen
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In den letzten Jahren war meine Kunst teilweise detailreicher, kontrastreicher und intensiver in der Farbigkeit. Ich habe viel ausprobiert, viel experimentiert – und das war wichtig. Irgendwann habe ich jedoch gemerkt, dass ich mich nach mehr Reduktion sehne. Nach Bildern, die nicht sofort alles zeigen, sondern Raum lassen. Raum für Stille, für Atmung, für eigene Gedanken.

„Kasumi“ ist ein japanisches Wort und bedeutet so viel wie Nebel oder Dunst. Genau dieses Gefühl hat mich inspiriert: weiche Übergänge, sanfte Hintergründe und Motive, die nicht laut sind, sondern präsent. Nebel verdeckt nicht – er macht Dinge weicher. Er nimmt die Härte aus der Landschaft und lässt Konturen sanft ineinander übergehen. Diese Stimmung wollte ich in meine Tierporträts übertragen.
Mit meiner neuen Serie Kasumi wollte ich bewusst einen ruhigeren Weg einschlagen.
Japanische Ästhetik als Inspiration – nicht als Kopie
Meine Verbindung zur japanischen Ästhetik ist über die Jahre gewachsen, aber in Japan selbst habe ich sie noch einmal ganz neu und intensiver erlebt.
Diese Ruhe und Sanftheit habe ich bisher nirgendwo sonst in dieser Form gespürt. Es ist eine besondere Mischung aus Zurückhaltung und tiefer Naturverbundenheit. Farben sind dort oft gedämpft, Materialien wirken natürlich. Nichts ist aufdringlich – und trotzdem ist alles durchdacht.

Egal ob in Kleidung, im Interior-Design oder in der Kunst: Es geht nicht darum, zu beeindrucken, sondern zu begleiten. Diese Haltung hat mich sehr geprägt.
Ich möchte jedoch keine japanische Kunst kopieren. Das ist mir wichtig. Für mich ist sie eine Inspiration – ein Impuls.
Besonders das Konzept von Ma – der bewusste Raum zwischen den Dingen – hat mich nachhaltig beeinflusst. Dieser Gedanke, dass Leere nicht „fehlend“, sondern bedeutungsvoll sein kann, findet sich stark in meiner neuen Serie wieder. Ich versuche, diese zurückhaltende Ästhetik in meiner eigenen Bildsprache umzusetzen – mit meinen Motiven, meinen Farben und meiner Art zu malen.
Warum ich Tiere male
Tiere male ich, seit ich denken kann. Es ist für mich kein Trend oder eine bewusste Entscheidung gewesen – es war einfach immer da.
Schon als Kind habe ich Tiere gezeichnet. Ihre Gesichter, ihre Augen, ihre Haltung haben mich immer fasziniert. Tiere tragen eine Form von Präsenz in sich, die ganz ohne Worte funktioniert. Genau das interessiert und fasziniert mich bis heute.

Mich begeistert es, unterschiedliche Strukturen und Texturen einzufangen: Fell, feine Schnurrhaare, Lichtreflexe in den Augen oder die Übergänge zwischen Vordergrund und Hintergrund. Gerade bei Acryl auf Leinwand arbeite ich sehr bewusst mit Schichten, um diese Tiefe und Lebendigkeit entstehen zu lassen.
In der Kasumi-Serie stehen die Tiere ruhig im Mittelpunkt. Nicht dramatisch, nicht inszeniert, nicht heroisch.
Ein Wolf, ein Manul oder andere Tierporträts aus dieser Serie sollen keine Geschichte „erzwingen“. Sie sollen eine Atmosphäre schaffen. Eine stille Begegnung. Der Blick des Tieres ist dabei oft der stärkste Punkt im Bild – er verbindet.
Farbwelt und Materialität

Die Farbpalette meiner neuen Tierporträts ist bewusst reduziert und harmonisch aufgebaut. Ich arbeite viel mit Nebelblau, Salbeigrün, Grau und warmen Erdtönen. Diese Farben wirken ruhig, natürlich und zeitlos. Sie lassen sich gut in Wohnräume integrieren und drängen sich nicht auf.
Die Hintergründe bleiben offen und weich gestaltet. Sie sind nicht leer, sondern bewusst zurückgenommen. Dadurch entsteht Raum – und das Motiv bekommt Luft zum Atmen.
Ein wichtiger Bestandteil der Serie sind auch die Materialien selbst. Ich arbeite in Acryl auf Leinwand und baue die Oberfläche in mehreren Schichten auf. So entstehen feine Übergänge und eine sanfte Tiefenwirkung.
Zusätzlich setze ich punktuell Gold-, Silber- oder Metallic-Pigmente ein. Diese Akzente sind sehr bewusst und sparsam verwendet. Sie sollen das Bild nicht dominieren oder dekorativ wirken lassen. Stattdessen setzen sie kleine Lichtimpulse. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall beginnen diese Bereiche sanft zu schimmern. Das verleiht dem Werk eine lebendige Qualität – ohne die ruhige Gesamtwirkung zu stören.
Für wen ist die Kasumi-Serie gedacht?

Die Kasumi-Serie richtet sich an Menschen, die ruhige Kunst und minimalistische Tierporträts schätzen. An Menschen, die sich bewusst für Originalkunst entscheiden und nicht nur ein Motiv, sondern eine Stimmung suchen.
Diese Werke passen in Räume, die Klarheit ausstrahlen. In helle Wohnungen, in naturverbundene Einrichtungen, in Umgebungen, in denen weniger mehr ist.
Jedes Bild ist ein handgemaltes Original in Acryl auf Leinwand. Es handelt sich um ein echtes Unikat. Diese Einzigartigkeit ist mir wichtig, weil sie dem Werk eine besondere Wertigkeit gibt.
Ich wünsche mir, dass diese Bilder nicht nur als Wanddekoration gesehen werden. Sondern als stille Begleiter im Raum. Als Kunst, die nicht laut spricht – aber lange bleibt.


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